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Die Einstellungskarte Diagnose

RAM-Größe auswerten

Einführung in virtuelle Speichertechnik

Die Menge an installiertem Hauptspeicher (RAM, Random Access Memory) eines Computers kann entscheidend für die damit erzielte Rechenleistung sein. Ist zuwenig Speicher vorhanden, kann die Geschwindigkeit des Computers stark herabgesetzt werden. Ist allerdings zuviel Speicher vorhanden, liegen Kapazitäten brach, die eigentlich nicht benötigt werden. Es entstehen also unnötige Kosten.

Welche Speichermenge optimal ist, hängt davon ab, wie Sie Ihren Computer verwenden, insbesondere welche Programme Sie einsetzen, welche Daten Sie mit diesen Programmen verarbeiten und in welchem Maße diese Programme gleichzeitig verwendet, also auch gleichzeitig im Speicher gehalten werden müssen. OS X führt intern sehr detaillierte Statistiken, wie die vorhandene Speichermenge von den einzelnen Programmen genutzt wird. TinkerTool System kann diese Statistiken auswerten, um zu beurteilen, ob die in Ihrem Computer installierte RAM-Größe für Ihre typische Arbeit angemessen ist. Sie haben somit eine wertvolle Entscheidungshilfe, um abzuschätzen, ob Sie mehr RAM für Ihren Computer kaufen sollten, bzw. ob zusätzlicher Speicher tatsächlich zu einer Erhöhung der Leistung führen würde.

Hintergrundwissen

Wie bei allen modernen Betriebssystemen hat kein laufendes Programm das Recht, direkt auf den Hauptspeicher zuzugreifen. Dies bleibt alleine dem innersten Kern (Kernel) des Betriebssystems vorbehalten. Für jedes laufende Programm (was als Prozess bezeichnet wird) wird jeweils ein eigener Speicherraum von der Hardware simuliert. Jeder Prozess läuft deshalb in einem komplett abgetrennten Bereich, der ihm scheinbar exklusiv zur Verfügung steht. Die Speicherbereiche der anderen Prozesse sind für den jeweils betrachteten Prozess völlig unsichtbar. Ein Prozess kann somit weder Daten aus anderen Prozessen ausspionieren, noch kann er absichtlich oder unabsichtlich Daten in den Speicherräumen fremder Prozesse überschreiben. Dies ist eine der wichtigsten Techniken, die dafür sorgen, dass ein Betriebssystem stabil und sicher läuft. Die Programme sind streng gegeneinander abgeschottet. Auch „schlechte“ Programme können fremde Prozesse oder gar das Betriebssystem nicht zum Absturz bringen.

Diese Technik wird virtueller Speicher genannt und im Wesentlichen von einer Hardware-Komponente im Prozessor verwaltet, der Speichermanagementeinheit (Memory Management Unit, MMU). Bei jedem (virtuellen) Speicherzugriff eines Prozesses entscheidet diese MMU, auf welchen Speicher intern wirklich zugegriffen wird: Der virtuelle Speicher wird entweder auf tatsächlichen Hauptspeicher oder auf spezielle Dateien auf der Systemfestplatte, den sogenannten Auslagerungsspeicher abgebildet. Diese Abbildung von virtuellem Speicher auf realen Speicher erfolgt blockweise, in Organisationseinheiten, die Seiten genannt werden. Bei OS X ist eine Seite immer 4 KiB groß.

So lange es geht, versucht das System, den virtuellen Speicher auf echten Hauptspeicher abzubilden. Laufen jedoch viele Prozesse gleichzeitig oder werden sehr viele Daten gleichzeitig verarbeitet, reicht die Menge an vorhandenem Hauptspeicher irgendwann nicht mehr aus, um alle Seiten des virtuellen Speichers zu beherbergen. In diesem Fall wird eine Seite vom Hauptspeicher auf die Festplatte ausgelagert, um Platz zu schaffen. Hierbei wählt das System jeweils eine Speicherseite aus, die höchstwahrscheinlich in nächster Zukunft nicht von einem Prozess gebraucht wird. Der durch die Auslagerung frei gewordene Block im Hauptspeicher kann nun von einem anderen Prozess verwendet werden. Wird eine auf Platte ausgelagerte Seite später dann doch wieder von ihrem zugehörigen Prozess angesprochen, muss sie wieder in den Hauptspeicher eingelagert werden. Eine andere Seite wird nun zur Auslagerung ausgewählt und die beiden Seiten tauschen ihre Plätze.

Durch die unterschiedlichen Arbeitsgeschwindigkeiten von Hauptspeicher und Festplatte kann ein Zugriff auf ausgelagerten Speicher etwa 10.000 bis 100.000 mal langsamer sein als ein Zugriff auf Speicher, der sich im RAM befindet. Aus diesem Grund kann die Arbeitsgeschwindigkeit eines Computers drastisch sinken, wenn zu viele Auslagerungen stattfinden, also zu wenig Hauptspeicher vorhanden ist, um möglichst viele genutzte Speicherseiten im schnell zugreifbaren Bereich zu halten. Die theoretisch beste Nutzung des Speichers liegt genau dann vor, wenn der komplette Hauptspeicher genutzt wird (fast kein Speicher frei) und kein Auslagerungsspeicher benötigt wird. In diesem Fall befinden sich alle Daten im schnellen RAM und kein Teil des RAMs liegt brach.

Zusätzlich zu der Auslagerung von Speicherseiten auf die Systemfestplatte unterstützen die neuesten Versionen von OS X einen weiteren Ort zur Unterbringung von Seiten, die nicht mehr in den Standardspeicher passen: Da eine Festplatte so erheblich langsamer ist als RAM, kann sich das Betriebssystem dazu entscheiden, einen kleinen Teil des RAM zu opfern und diesen Teil zur Speicherung ausgelagerter Seiten zu verwenden, nachdem Datenkompression auf deren Inhalt angewendet wurde. Dies wird komprimierter Speicher genannt. Statt eine Speicherseite auf Platte zu schreiben, komprimiert das System die Seite und schreibt sie in einen speziellen Bereich des RAM, der dafür reserviert wurde. Das weitere Verkleinern der Hauptspeichermenge, die Anwendungen zur Verfügung steht, indem ein Teil davon für komprimierten Speicher reserviert wird, ist natürlich ein kritischer Schritt. Das System muss sorgfältig abwägen, ob der Gewinn durch das Komprimieren/Dekomprimieren im RAM statt des Lesens/Schreibens in Auslagerungsdateien die Effekte des Verlusts von verfügbarem RAM übersteigt.

Auswertung der vorhandenen Speichergröße

Wie erwähnt ist eine Beurteilung der Speichergröße nur im Zusammenhang mit der typischen Speichernutzung möglich, die beim täglichen Gebrauch Ihres Computers anfällt. Ob Sie genug Speicher haben, hängt davon ab, welche Programme Sie einsetzen und wie Sie diese verwenden. Eine sinnvolle Beurteilung der Speichergröße ist deshalb nur dann möglich, wenn das Betriebssystem eine typische Nutzung des Speichers innerhalb eines gewissen Zeitraums beobachten konnte. Gehen Sie wie folgt vor, um die Speichernutzungsstatistik von TinkerTool System auswerten zu lassen:

  1. Wählen Sie den Karteireiter RAM-Größe auswerten auf der Einstellungskarte Diagnose.
  2. Drücken Sie auf die Schaltfläche Werte aktualisieren.

Die aktuellen Statistikwerte erscheinen nun in der oberen Box, die Auswertung in der unteren Box Ergebnis. Eine Auswertung ist erst dann möglich, wenn das System für mindestens 2 Stunden eingeschaltet war.

Die Betriebszeit von OS X, in der die Daten für die Statistik erfasst wurden, ist in der letzten Zeile der oberen Box aufgeführt. Sie müssen selber beurteilen, ob der Computer in dieser Betriebszeit „typisch“ genutzt wurde. War die Nutzung eher untypisch, z.B. weil Sie wesentlich mehr Programme als normal gleichzeitig eingesetzt haben, oder weil Sie in dieser Zeit mit einem unüblichen, „riesigen“ Dokument gearbeitet haben, das außergewöhnlich viel Speicher verbraucht hat, ist das Ergebnis nicht aussagekräftig.

RAM-Größe auswerten
RAM-Größe auswerten

Erscheint Ihnen die Computernutzung innerhalb der angegebenen Betriebszeit nicht typisch genug, um eine aussagekräftige Beurteilung zu erlauben, führen Sie die folgenden Schritte durch:

  1. Starten Sie OS X neu.
  2. Nutzen Sie den Computer für einen Zeitraum von mindestens zwei Stunden mit dem typischen Arbeitsumfang, für den dieser Computer angeschafft wurde.
  3. Starten Sie TinkerTool System erneut und gehen Sie noch einmal zum Punkt RAM-Größe auswerten.

Die obere Box enthält ausgewählte Daten aus der Speichernutzungsstatistik, die von OS X geführt wird:

Apple hat die Terminologie der Speicherstatistik während der Lebensdauer des Betriebssystems mehrfach geändert. TinkerTool System 4 versucht, sich den Begriffen, die mit OS X 10.10.3 eingeführt wurden, anzugleichen. Die gleichen Worte können für ganz unterschiedliche Messgrößen verwendet werden, je nach dem, welche Version von TinkerTool System und welche Version von Mac OS X oder OS X genutzt wurde, um die Speicherwerte zu erfassen. Es gibt im Moment drei Generationen von Betriebssystemen, die unterschiedliche Begriffe für Speicherstatistik verwenden: Systeme zwischen Mac OS X 10.0 und OS X 10.8.5, Systeme zwischen OS X 10.9 und OS X 10.10.2, sowie Systeme ab OS X 10.10.3 und höher.

In der Box Ergebnis finden Sie die aktuelle Beurteilung der in der oberen Box erfassten Statistik. Die Beurteilung besteht aus einem Erklärungstext und einer kurzen Gesamtbewertung wie „gut“, die zusätzlich durch ein Ampelsymbol grafisch dargestellt wird. Im einzelnen wird zwischen folgenden Bewertungen unterschieden:

Finder Kopieren testen

Für das Programm Finder, das in OS X üblicherweise zum Arbeiten mit Dateien und Ordnern verwendet wird, ist bekannt, dass es bestimmte Konstruktionsfehler aufweist, die davon abhängen, welche Version Sie einsetzen. Besonders die Fehler, die Kopieroperationen von Dateien betreffen, sind kritisch, da Sie Daten verlieren können, wenn Sie annehmen, dass eine kopierte Datei hundertprozentig mit dem Original übereinstimmt. Dies gilt insbesondere dann, wenn Sie berücksichtigen, dass der Finder auch eine Rolle beim Betrieb von Time Machine, der Datensicherungslösung von OS X spielt.

TinkerTool System kann überprüfen, ob der Finder in der Lage ist, die folgenden Vorgänge korrekt auszuführen. Diese sind dafür bekannt, nicht zuverlässig zu arbeiten, wenn bestimmte Versionen des Finders und bestimmte Dateisystemtypen als Quelle und Ziel des Kopiervorgangs verwendet werden:

Mit Dateisystemtyp ist das Format einer Platte oder Partition, bzw. das Übertragungsprotokoll beim Zugriff auf einen File Server im Netzwerk gemeint. Der Finder verhält sich unterschiedlich, wenn Sie z.B. zwischen zwei HFS-Festplatten, oder von einer HFS-Platte auf einen für Windows formatierten Speicher-Stick im FAT-Format von Windows kopieren.

Dateikopiervorgänge überprüfen
Dateikopiervorgänge überprüfen

Sie können zwei gegebene Datenträger und Ihre Version des Finders von TinkerTool System überprüfen lassen. TinkerTool System kann den Finder fernsteuern und so testen, welche Operationen wie erwartet ablaufen und welche nicht. Zur Prüfung müssen Sie lediglich zwei Ordner angeben, zwischen denen Testdaten kopiert werden sollen.

Zum Durchführen der Tests benötigt TinkerTool System weniger als 200 kB Speicherplatz auf den beiden Datenträgern. Die während des Tests geschriebenen Daten werden nach Abschluss des Tests automatisch wieder gelöscht.

Beim Arbeiten mit Dateisystemtypen spielen nur die Dateisystemfamilien eine Rolle für das Verhalten des Finders, nicht die konkreten Untertypen. Die Meldungen, die von TinkerTool System während der Prüfung angezeigt werden, beziehen sich nur auf diese Familien. Beispielsweise werden die Dateisysteme „HFS“ und „HFS+ mit Journaling, Groß-/Kleinschreibung und Verschlüsselung“ beide durch die Familie „HFS“ repräsentiert.

Führen Sie die nachfolgenden Schritte durch, um den Finder zu testen:

  1. Öffnen Sie den Karteireiter Finder Kopieren testen auf der Einstellungskarte Diagnose.
  2. Ziehen Sie einen Ordner, der sich auf dem ersten zu prüfenden Datenträger befindet, aus dem Finder in das Feld Ordner 1. Sie können auch den Knopf […] drücken, um zum Ordner zu navigieren oder auf die weiße Fläche klicken und den UNIX-Pfad des Ordners eingeben.
  3. Wählen Sie nach dem gleichen Muster im Feld Ordner 2 einen anderen Ordner, der sich auf dem zweiten zu prüfenden Datenträger befindet.
  4. Drücken Sie nun auf den Knopf Test starten. Nach ein paar Sekunden erscheint das Testergebnis im unteren Bereich der Einstellungskarte.

Sie können den Knopf nur drücken wenn die oben genannten Voraussetzungen für die beiden Ordner erfüllt sind. Auf der Einstellungskarte können Sie vorher ablesen, ob der Test durchgeführt werden kann, bzw. welches mögliche Problem bei der Auswahl der Ordner vorliegt.

TinkerTool System testet Kopiervorgänge automatisch in beide Richtungen, d.h. für das Kopieren von Ordner 1 nach 2 und von Ordner 2 nach 1. Die Reihenfolge der ausgewählten Ordner spielt deshalb keine Rolle. Da TinkerTool System den Finder fernsteuert, hören Sie eventuell während des Tests mehrmals den Toneffekt, mit dem der Finder Kopiervorgänge begleitet.

Ein ordnungsgemäß bestandener Test wird mit einem grün markierten Häkchen, ein nicht bestandener Test mit einem rot markierten Kreuz dargestellt.

Ein Fehlschlagen von Test 1 zeigt an, dass der Finder nicht in der Lage ist, Erweiterte Attribute von Dateien und Ordnern zu kopieren, falls auf einem der Datenträger diese Attribute nicht nativ, also nicht auf einer Platte im Format „Mac OS Extended“ (HFS), bzw. einem AppleShare-Dateiserver (AFPFS) gespeichert sind. Ein Fehlschlagen des Tests ist möglicherweise für Sie nicht relevant. Emulierte Erweiterte Attribute werden hauptsächlich dann benutzt, wenn Sie das System als Datei-Server verwenden, wobei Dateien mit alten Versionen der Netzwerkprotokolle SMB oder NFS freigegeben werden. Falls Sie Ihren Computer nicht in dieser Weise nutzen, ist es sehr wahrscheinlich, dass Ihre Installation von OS X niemals Dateien mit solchen Attributen angelegt hat.

Ein Fehlschlagen von Test 2 zeigt an, dass der Finder keine symbolischen Links kopieren kann, die mit Erweiterten Attributen verknüpft sind. Ein Fehlschlagen dieses Tests ist möglicherweise auch nicht für Sie relevant, aber eine solche Situation tritt häufiger auf, als diejenige in Test 1. Beispielsweise können solche Objekte als Teil von Programmen auftauchen, in die ältere Software-Bibliotheken in Form von Frameworks eingebettet sind. Diese Frameworks könnten symbolische Links enthalten, die zusätzlich über ein Erweitertes Finder-Attribut als altmodischer Alias markiert sind. In der Praxis bemerken Sie ein solches Problem in Situationen, in denen der Finder unerwartet einen laufenden Kopiervorgang mit der Meldung abbricht, dass ein Objekt nicht gefunden wurde (Fehler –36), obwohl das Objekt da ist.

Beachten Sie, dass TinkerTool System nur prüft, ob der Finder wie erwartet funktioniert. Das Programm kann einen eventuell festgestellten Defekt im Finder nicht reparieren.

Falls einer der Tests fehlschlägt, während Sie zwei Datenträger mit HFS+ für den Kopiervorgang ausgewählt hatten, müssen Sie leider damit rechnen, dass auch Time Machine nicht korrekt arbeitet. Da der Finder indirekt an Kopiervorgängen in Time Machine beteiligt ist, kann auch dort das Sichern und Zurückladen von Daten zu einer Beschädigung kopierter Daten führen.

Optische Disks inspizieren

Ist Ihr Computer mit einem oder mehreren optischen Laufwerken mit Schreibfähigkeiten ausgestattet, können Sie TinkerTool System dazu verwenden, Detaildaten über eingelegte Diskmedien, wie CDs, DVDs oder Blu-ray Discs, abzurufen. Diese Funktion ist hilfreich, um zum Beispiel das tatsächliche Herstellerwerk eines Mediums herauszufinden oder Informationen über das Aufzeichnungsformat einer Disk abzurufen. Je nach Typ des eingelegten Mediums und dessen Aufzeichnungsformat kann sich die Menge der abrufbaren Daten sehr unterscheiden. TinkerTool System unterstützt bei passenden Medien unter anderem die folgenden Detaildaten:

Neben den Eigenschaften des Mediums bestimmt auch die Frage, ob auf dem Medium bereits Daten aufgezeichnet sind, welche dieser Detailinformationen abrufbar sind und welche nicht.

Optische Disks inspizieren
Optische Disks inspizieren

Um Detailinformationen über ein optisches Diskmedium abzurufen, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Öffnen Sie den Karteireiter Optische Disks inspizieren auf der Einstellungskarte Diagnose.
  2. Falls an Ihren Computer mehrere optische Laufwerke angeschlossen sind, wählen Sie das gewünschte Laufwerk mit dem Klappmenü Laufwerk.
  3. Stellen Sie sicher, dass das zu untersuchende Medium in dieses optische Laufwerk eingelegt ist. Sie können über den mit einem Auswurfsymbol markierten Knopf eine Disk auswerfen, bzw. ein eventuell vorhandenes Schubfach des Laufwerks öffnen oder schließen. Warten Sie, bis das Laufwerk und OS X die Disk erkannt haben.
  4. Drücken Sie den Knopf Disk inspizieren.

Das Untersuchungsergebnis wird daraufhin nach wenigen Sekunden in der Box Ergebnis angezeigt.

Beachten Sie den Unterschied zwischen den Angaben Medientyp und Medienverhalten: Wenn Sie beispielsweise ein Digitalvideo auf ein Medium des Typs DVD+R gebrannt und diese Aufzeichnung ordnungsgemäß abgeschlossen (finalisiert) haben, dann lautet der physische Medientyp DVD+R, die so erstellte Disk verhält sich jedoch wie eine DVD-ROM.

Falls Sie nicht die typischen „Superdrives“ von Apple verwenden, unterstützt das Programm nur optische Laufwerke, die sowohl lesen als auch schreiben können.

Time Machine prüfen

Time Machine ist der Name von Apples Technologie zur automatischen Erstellung von Datensicherungen der Festplatten Ihres Computers. Die Sicherungen werden stündlich im Hintergrund angelegt und veraltete Dateisätze werden automatisch entfernt, wobei stündliche Sicherungen für den letzten Tag, tägliche Sicherungen für die letzte Woche und monatliche Sicherungen solange beibehalten werden, bis das Zielgerät voll ist. Jeder Sicherungssatz enthält eine fast vollständige Momentaufnahme des Inhalts aller Platten, für die Time Machine aktiviert ist. „Fast“ heißt dabei, dass Time Machine automatisch Dateien weglässt, die als unwichtig gelten oder die wiederhergestellt werden können, wie Protokolldateien, der Papierkorb, Caches, der Spotlight-Suchindex, etc. Obwohl das gesamte System für jeden Zeitpunkt vollständig wiederhergestellt werden kann, für den eine Datensicherung verfügbar ist, speichert Time Machine rein technisch nur die Unterschiede zwischen zwei aufeinanderfolgenden Sicherungsvorgängen ab (inkrementelle Sicherung). Unterschiede werden auf Datei-Ebene ermittelt, d.h. wenn sich ein einziges Byte in einer Datei X geändert hat, wird die gesamte Datei X im nächsten Lauf der Time Machine-Sicherung kopiert.

Time Machine prüfen
Time Machine prüfen

Time Machine benötigt normalerweise keine Wartung. Sie definieren lediglich, welche Platten-Volumes berücksichtigt werden sollen, welches Ziellaufwerk benutzt wird, und schalten Time Machine ein. Es kann allerdings bestimmte Fälle geben, in denen Time Machine nicht wie erwartet arbeitet, z.B. wenn es ein Dateisystemproblem auf einem der Quell-Volumes gibt, oder wenn während einer Time Machine-Sicherung der Strom ausgefallen ist. TinkerTool System kann Ihnen dabei helfen, mögliche Probleme mit Datensicherungen zu erkennen, indem Sie eine der Diagnosefunktionen von Time Machine mit einfachen Mausklicks bedienen können: Sie können zwei verschiedene Datensicherungssätze auswählen und alle enthaltenen Dateien miteinander vergleichen, wodurch der „wahre“, inkrementelle Inhalt der Time Machine-Sicherung angezeigt wird, nicht die simulierte Sicht des Finders oder der Time Machine-Bedieneroberfläche, die immer den gesamten, effektiven Datenbestand einer Datensicherung zu einem bestimmten Sicherungszeitpunkt zeigen. Falls ein Teil von Time Machine ausgefallen ist, bedeutet das, dass obwohl sich bestimmte Dateien verändert haben, diese nicht in die darauffolgende inkrementelle Datensicherung aufgenommen wurden, also diejenige Momentaufnahme bezieht, die unmittelbar nach der Änderungszeit lag. Bei typischen Time Machine-Problemen fehlen üblicherweise die Aktualisierungen in einem ganzen Ordner, was einfach erkannt werden kann, wenn man die beiden Sicherungen vor und nach der Änderung in dem betreffenden Ordner miteinander vergleicht.

Als Nebenwirkung können Sie diese Funktion auch dazu verwenden, um zu ermitteln, welche Dateien sich auf Ihrem Computer zu einem bestimmten Zeitpunkt geändert haben, oder um abzuschätzen, wie viele Dateien mit welchem Platzbedarf typischerweise jede Stunde gesichert werden.

In einer alternativen Betriebsart ist es außerdem möglich, die aktuellen Daten auf Ihrem Computer (genauer gesagt diejenigen Dateien, die zur Sicherung mit Time Machine ausgewählt sind) mit einer bestimmten Sicherungssitzung zu vergleichen. Diese Funktion ist hilfreich, um Implementationsfehler in Time Machine zu finden. Sie können sofort sehen, ob die Daten, die kopiert werden sollten, auch tatsächlich kopiert wurden. Beachten Sie, dass diese Art von Prüfvorgang eine erhebliche Zeit in Anspruch nimmt, da alle Dateien auf Ihrem Computer überprüft werden müssen.

Um den Vergleich zweier Time Machine-Sicherungen vorzunehmen, führen Sie die folgenden Schritte durch:

  1. Öffnen Sie den Karteireiter Time Machine prüfen auf der Einstellungskarte Diagnose.
  2. Stellen Sie sicher, dass bei Time Machine-Platte die richtige Datensicherungszielplatte angezeigt wird. Dies ist die Platte, die von Time Machine im Moment als aktiv angesehen wird. Sie können diese automatische Auswahl von TinkerTool System aus nicht beeinflussen. Falls Time Machine dazu konfiguriert ist, einen Dateiserver im Netzwerk statt einer lokalen Sicherungsplatte zu verwenden (dies schließt die Apple Time Capsule ein), drücken Sie den Knopf Mit Netzlaufwerk verbinden. TinkerTool System stellt dann die Verbindung mit dem Server her und durchsucht die fernen Daten. Bei einem langsamem WLAN kann der Suchvorgang einige Minuten in Anspruch nehmen.
  3. Stellen Sie bei Zeiten die beiden Zeitpunkte ein, bei denen die Datensicherungen miteinander verglichen werden sollen. Die Zeitangaben müssen unterschiedlich sein, aber die Reihenfolge spielt keine Rolle. Um die „Live“-Daten Ihres Computers zum Vergleich auszuwählen, verwenden Sie den letzten Punkt —Alle Sicherungsdaten—.
  4. Falls Time Machine dazu konfiguriert ist, Datensicherungen mehrerer Platten-Volumes anzulegen, wählen Sie die gewünschte Platte über das Aufklappmenü Volume aus. (Dies ist nicht notwendig wenn Sie —Alle Sicherungsdaten— ausgewählt hatten.)
  5. Drücken Sie auf den Knopf Start.

Abhängig von der Größe Ihrer Datensicherung und der Datenmenge, die zwischen den beiden gewählten Sicherungen Unterschiede aufweisen, kann der Vergleichsvorgang wenige Sekunden, aber auch viele Minuten zur Fertigstellung benötigen. Die Ergebnisse werden danach in der Tabelle angezeigt.

Falls Sie den Mauszeiger über einen Eintrag in der Spalte Änderungen setzen, zeigt TinkerTool System einen kurzen Erläuterungstext an, so dass Sie die Abkürzungen nicht auswendig lernen müssen.

TinkerTool System kann die Time Machine-Platten, die mit Ihrem Computer verbunden sind, neu durchsuchen, falls Sie etwas an der Konfiguration ändern oder eine Zielplatte ausgewechselt haben. Drücken Sie hierzu auf den Knopf Erneut prüfen.

TinkerTool System versucht automatisch zu ermitteln, ob gerade eine Datensicherung läuft. In diesem Falle erscheint die Warnmeldung Eine Sicherung oder ein anderer Time Machine-Vorgang läuft gerade. am unteren Rand des Fensters. Obwohl es in der Regel sicher ist, andere Time Machine-Funktionen während dieser Phase zu nutzen, empfehlen wir dies nicht, denn zwei gleichzeitig laufende Vorgänge können sich gegenseitig ausbremsen, was spürbare Geschwindigkeitsprobleme verursachen kann.

Falls Time Machine ein Netzlaufwerk für die Datensicherungen verwendet, wird die Verbindung zum fernen Volume weiterhin offen gehalten, auch nachdem der Vergleich abgeschlossen ist oder sogar wenn Sie TinkerTool System beenden. Dies gibt Ihnen die Möglichkeit, später schnell einen erneuten Suchvorgang zu starten, aber dies ist möglicherweise nicht beabsichtigt, z.B. wenn Sie mit einem mobilen Computer arbeiten und das Netz verlassen möchten. Um die permanent aufgebaute Verbindung zu vermeiden, betätigen Sie den Knopf Netzlaufwerk auswerfen, wenn Sie Ihre Arbeit mit der Time Machine-Diagnose beenden.