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Die Einstellungskarte Diagnose

RAM-Größe auswerten

Einführung in virtuelle Speichertechnik

Die Menge an installiertem Hauptspeicher (RAM, Random Access Memory) eines Computers kann entscheidend für die damit erzielte Rechenleistung sein. Ist zuwenig Speicher vorhanden, kann die Geschwindigkeit des Computers stark herabgesetzt werden. Ist zuviel Speicher vorhanden, liegen Kapazitäten brach, die eigentlich nicht benötigt werden. Es entstehen also unnötige Kosten.

Welche Speichermenge optimal ist, hängt davon ab, wie Sie Ihren Computer verwenden, insbesondere welche Programme Sie einsetzen, welche Daten Sie mit diesen Programmen verarbeiten und in welchem Maße diese Programme gleichzeitig verwendet, also auch gleichzeitig im Speicher gehalten werden müssen. Mac OS X führt intern sehr detaillierte Statistiken, wie die vorhandene Speichermenge von den einzelnen Programmen genutzt wird. TinkerTool System kann diese Statistiken auswerten, um zu beurteilen, ob die in Ihrem Computer installierte RAM-Größe für Ihre typische Arbeit angemessen ist. Sie haben somit eine wertvolle Entscheidungshilfe, um abzuschätzen, ob Sie mehr RAM für Ihren Computer kaufen sollten, bzw. ob zusätzlicher Speicher tatsächlich zu einer Erhöhung der Leistung führen würde.

Hintergrundwissen

Wie bei allen modernen Betriebssystemen hat kein laufendes Programm das Recht, direkt auf den Hauptspeicher zuzugreifen. Dies bleibt alleine dem innersten Kern (Kernel) des Betriebssystems vorbehalten. Für jedes laufende Programm (was als Prozess bezeichnet wird) wird jeweils ein eigener Speicherraum von der Hardware simuliert. Jeder Prozess läuft deshalb in einem komplett abgetrennten Bereich, der ihm scheinbar exklusiv zur Verfügung steht. Die Speicherbereiche der anderen Prozesse sind für den jeweils betrachteten Prozess völlig unsichtbar. Ein Prozess kann somit weder Daten aus anderen Prozessen ausspionieren, noch kann er absichtlich oder unabsichtlich Daten in den Speicherräumen fremder Prozesse überschreiben. Dies ist eine der wichtigsten Techniken, die dafür sorgen, dass ein Betriebssystem stabil und sicher läuft. Die Programme sind streng gegeneinander abgeschottet. Auch „schlechte“ Programme können fremde Prozesse oder gar das Betriebssystem nicht zum Absturz bringen.

Diese Technik wird virtueller Speicher genannt und im Wesentlichen von einer Hardware-Komponente im Prozessor verwaltet, der Speichermanagementeinheit (Memory Management Unit, MMU). Bei jedem (virtuellen) Speicherzugriff eines Prozesses entscheidet diese MMU, auf welchen Speicher intern wirklich zugegriffen wird: Der virtuelle Speicher wird entweder auf tatsächlichen Hauptspeicher oder auf spezielle Dateien auf der Systemfestplatte, den sogenannten Auslagerungsspeicher abgebildet. Diese Abbildung von virtuellem Speicher auf realen Speicher erfolgt blockweise, in Organisationseinheiten, die Seiten genannt werden. Bei Mac OS X ist eine Seite immer 4 KiB groß.

So lange es geht, versucht das System, den virtuellen Speicher auf echten Hauptspeicher abzubilden. Laufen jedoch viele Prozesse gleichzeitig oder werden sehr viele Daten gleichzeitig verarbeitet, reicht die Menge an vorhandenem Hauptspeicher irgendwann nicht mehr aus, um alle Seiten des virtuellen Speichers zu beherbergen. In diesem Fall wird eine Seite vom Hauptspeicher auf die Festplatte ausgelagert, um Platz zu schaffen. Hierbei wählt das System jeweils eine Speicherseite aus, die höchstwahrscheinlich in nächster Zukunft nicht von einem Prozess gebraucht wird. Der durch die Auslagerung frei gewordene Block im Hauptspeicher kann nun von einem anderen Prozess verwendet werden. Wird eine auf Platte ausgelagerte Seite später dann doch wieder von ihrem zugehörigen Prozess angesprochen, muss sie wieder in den Hauptspeicher eingelagert werden. Eine andere Seite wird nun zur Auslagerung ausgewählt und die beiden Seiten tauschen ihre Plätze.

Durch die unterschiedlichen Arbeitsgeschwindigkeiten von Hauptspeicher und Festplatte kann ein Zugriff auf ausgelagerten Speicher etwa 10.000 bis 100.000 mal langsamer sein als ein Zugriff auf Speicher, der sich im RAM befindet. Aus diesem Grund kann die Arbeitsgeschwindigkeit eines Computers drastisch sinken, wenn zu viele Auslagerungen stattfinden, also zu wenig Hauptspeicher vorhanden ist, um möglichst viele genutzte Speicherseiten im schnell zugreifbaren Bereich zu halten. Die theoretisch beste Nutzung des Speichers liegt genau dann vor, wenn der komplette Hauptspeicher genutzt wird (kein Speicher frei) und kein Auslagerungsspeicher benötigt wird. In diesem Fall befinden sich alle Daten im schnellen RAM und kein Teil des RAMs liegt brach.

Auswertung der vorhandenen Speichergröße

Wie erwähnt ist eine Beurteilung der Speichergröße nur im Zusammenhang mit der typischen Speichernutzung möglich, die beim täglichen Gebrauch Ihres Computers anfällt. Ob Sie genug Speicher haben, hängt davon ab, welche Programme Sie einsetzen und wie Sie diese verwenden. Eine sinnvolle Beurteilung der Speichergröße ist deshalb nur dann möglich, wenn das Betriebssystem eine typische Nutzung des Speichers innerhalb eines gewissen Zeitraums beobachten konnte. Gehen Sie wie folgt vor, um die Speichernutzungsstatistik von TinkerTool System auswerten zu lassen:

  1. Wählen Sie den Karteireiter RAM-Größe auswerten auf der Einstellungskarte Diagnose.
  2. Drücken Sie auf die Schaltfläche Werte aktualisieren.

Die aktuellen Statistikwerte erscheinen nun in der oberen Box, die Auswertung in der unteren Box Ergebnis. Eine Auswertung ist erst dann möglich, wenn das System für mindestens 2 Stunden eingeschaltet war.

Die Betriebszeit von Mac OS X, in der die Daten für die Statistik erfasst wurden, ist in der letzten Zeile der oberen Box aufgeführt. Sie müssen selber beurteilen, ob der Computer in dieser Betriebszeit „typisch“ genutzt wurde. War die Nutzung eher untypisch, z.B. weil Sie wesentlich mehr Programme als normal gleichzeitig eingesetzt haben, oder weil Sie in dieser Zeit mit einem unüblichen, „riesigen“ Dokument gearbeitet haben, das außergewöhnlich viel Speicher verbraucht hat, ist das Ergebnis nicht aussagekräftig.

RAM-Größe auswerten
RAM-Größe auswerten

Erscheint Ihnen die Computernutzung innerhalb der angegebenen Betriebszeit nicht typisch genug, um eine aussagekräftige Beurteilung zu erlauben, führen Sie die folgenden Schritte durch:

  1. Starten Sie Mac OS X neu.
  2. Nutzen Sie den Computer für einen Zeitraum von mindestens zwei Stunden mit dem typischen Arbeitsumfang, für den dieser Computer angeschafft wurde.
  3. Starten Sie TinkerTool System erneut und gehen Sie noch einmal zum Punkt RAM-Größe auswerten.

Die obere Box enthält ausgewählte Daten aus der Speichernutzungsstatistik, die von Mac OS X geführt wird:

In der Box Ergebnis finden Sie die aktuelle Beurteilung der in der oberen Box erfassten Statistik. Die Beurteilung besteht aus einem Erklärungstext und einer kurzen Gesamtbewertung wie „gut“, die zusätzlich durch ein Ampelsymbol grafisch dargestellt wird. Im einzelnen wird zwischen folgenden Bewertungen unterschieden:

Dateikopiervorgänge überprüfen

Das Programm Finder, das in Mac OS X üblicherweise zum Arbeiten mit Dateien und Ordnern verwendet wird, weist leider in bestimmten Versionen ernste Fehler auf, die dazu führen können, dass beim Kopieren von Daten unerwartete Probleme auftreten:

Ob diese Probleme auftreten, hängt davon ab, welche Version des Finders Sie verwenden und zwischen welchen Dateisystemtypen Sie die Daten kopieren. Mit Dateisystemtyp ist das Format einer Platte oder Partition, bzw. das Übertragungsprotokoll beim Zugriff auf einen File Server im Netzwerk gemeint. Der Finder verhält sich unterschiedlich, wenn Sie z.B. zwischen zwei HFS-Festplatten, oder von einer HFS-Platte auf einen für Windows formatierten Speicher-Stick im FAT-Format, oder von einem AppleShare-Dateiserver auf eine HFS-Platte kopieren.

Dateikopiervorgänge überprüfen
Dateikopiervorgänge überprüfen

Wenn Sie Gewissheit darüber haben möchten, ob die Gefahr besteht, dass der Finder beim Kopieren von Daten diese Daten verfälscht oder den Kopiervorgang unerwartet abbricht, können Sie zwei gegebene Datenträger und Ihre Version des Finders von TinkerTool System überprüfen lassen. TinkerTool System kann den Finder fernsteuern und so testen, welche Operationen wie erwartet ablaufen und welche nicht. Zur Prüfung müssen Sie lediglich zwei Ordner angeben, zwischen denen Testdaten kopiert werden sollen.

Zum Durchführen der Tests benötigt TinkerTool System weniger als 200 kiB Speicherplatz auf den beiden Datenträgern. Die während des Tests geschriebenen Daten werden nach Abschluss des Tests automatisch wieder gelöscht.

Führen Sie die nachfolgenden Schritte durch, um den Finder zu testen:

  1. Öffnen Sie den Karteireiter Dateikopiervorgänge überprüfen auf der Einstellungskarte Diagnose.
  2. Ziehen Sie einen Ordner, der sich auf dem ersten zu prüfenden Datenträger befindet, aus dem Finder in das Feld Ordner 1. Sie können auch den Knopf […] drücken, um zum Ordner zu navigieren oder auf die weiße Fläche klicken und den UNIX-Pfad des Ordners eingeben.
  3. Wählen Sie nach dem gleichen Muster im Feld Ordner 2 einen anderen Ordner, der sich auf dem zweiten zu prüfenden Datenträger befindet.
  4. Drücken Sie nun auf den Knopf Tests starten. Nach ein paar Sekunden erscheint das Testresultat in der Box Ergebnis.

Sie können den Knopf nur drücken wenn die oben genannten Voraussetzungen für die beiden Ordner erfüllt sind. In der Box Ergebnis können Sie vorher ablesen, ob der Test durchgeführt werden kann, bzw. welches mögliche Problem bei der Auswahl der Ordner vorliegt.

TinkerTool System testet Kopiervorgänge automatisch in beide Richtungen, d.h. für das Kopieren von Ordner 1 nach 2 und von Ordner 2 nach 1. Die Reihenfolge der ausgewählten Ordner spielt deshalb keine Rolle. Da TinkerTool System den Finder fernsteuert, hören Sie eventuell während des Tests mehrmals in schneller Folge den Toneffekt, mit dem der Finder Kopiervorgänge begleitet.

Nachdem alle Tests abgeschlossen sind, können Sie in der Box Ergebnis sehen, wie sich die jeweilige Version des Finders bezüglich der gegebenen Dateisysteme verhalten hat. Ein ordnungsgemäß bestandener Test wird mit einem grün markierten Häkchen, ein nicht bestandener Test mit einem rot markierten Kreuz bei jedem Einzeltest dargestellt. Ein großes Symbol am rechten Rand fasst das Gesamtergebnis zusammen.

Beachten Sie, dass TinkerTool System nur prüft, ob der Finder wie erwartet funktioniert. Das Programm kann einen eventuell festgestellten Defekt im Finder nicht reparieren.

Falls einer der Tests fehlschlägt, während Sie zwei HFS-Datenträger für den Kopiervorgang ausgewählt hatten, müssen Sie leider damit rechnen, dass auch Time Machine nicht korrekt arbeitet. Da der Finder indirekt an Kopiervorgängen in Time Machine beteiligt ist, kann auch dort das Sichern und Zurückladen von Daten zu einer Beschädigung kopierter Daten führen.

Optische Disks inspizieren

Ist Ihr Computer mit einem oder mehreren optischen Laufwerken mit Schreibfähigkeiten ausgestattet, können Sie TinkerTool System dazu verwenden, Detaildaten über eingelegte Diskmedien, wie CDs, DVDs oder Blu-ray Discs, abzurufen. Diese Funktion ist hilfreich, um zum Beispiel das tatsächliche Herstellerwerk eines Mediums herauszufinden oder Informationen über das Aufzeichnungsformat einer Disk abzurufen. Je nach Typ des eingelegten Mediums und dessen Aufzeichnungsformat kann sich die Menge der abrufbaren Daten sehr unterscheiden. TinkerTool System unterstützt bei passenden Medien unter anderem die folgenden Detaildaten:

Neben den Eigenschaften des Mediums bestimmt auch die Frage, ob auf dem Medium bereits Daten aufgezeichnet sind, welche dieser Detailinformationen abrufbar sind und welche nicht.

Optische Disks inspizieren
Optische Disks inspizieren

Um Detailinformationen über ein optisches Diskmedium abzurufen, gehen Sie wie folgt vor:

  1. Öffnen Sie den Karteireiter Optische Disks inspizieren auf der Einstellungskarte Diagnose.
  2. Falls an Ihren Computer mehrere optische Laufwerke angeschlossen sind, wählen Sie das gewünschte Laufwerk mit dem Klappmenü Laufwerk.
  3. Stellen Sie sicher, dass das zu untersuchende Medium in dieses optische Laufwerk eingelegt ist. Sie können über den mit einem Auswurfsymbol markierten Knopf eine Disk auswerfen, bzw. ein eventuell vorhandenes Schubfach des Laufwerks öffnen oder schließen. Warten Sie, bis das Laufwerk und Mac OS X die Disk erkannt haben.
  4. Drücken Sie den Knopf Disk inspizieren.

Das Untersuchungsergebnis wird daraufhin nach wenigen Sekunden in der Box Ergebnis angezeigt.

Beachten Sie den Unterschied zwischen den Angaben Medientyp und Medienverhalten: Wenn Sie beispielsweise ein Digitalvideo auf ein Medium des Typs DVD+R gebrannt und diese Aufzeichnung ordnungsgemäß abgeschlossen (finalisiert) haben, dann lautet der physische Medientyp DVD+R, die so erstellte Disk verhält sich jedoch wie eine DVD-ROM.

Falls Sie nicht die typischen „Superdrives“ von Apple verwenden, unterstützt das Programm nur optische Laufwerke, die sowohl lesen als auch schreiben können.