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Die Einstellungskarte Caches

Programmbezogene Caches

Einführung in Cache-Techniken

Fast alle Programme, die mit Mac OS X laufen, machen von Cache-Dateien Gebrauch. Diese Caches sind kleine Dateien, die vorausberechnete oder im Voraus geholte Daten speichern, die sehr oft benötigt werden. Durch „Zurückerinnern“ und Wiederverwenden dieser bereits früher angefragten Ergebnisse können Programme spürbar beschleunigt werden. Sie greifen einfach auf die bereits bekannten Daten in ihren Cache-Dateien zurück und müssen so diese Daten nicht erneut berechnen oder erneut wiederbeschaffen. Beispiele für die Daten, die in solchen Cache-Dateien gespeichert sind, sind einige der letzten Internet-Seiten, auf die ein Programm zugegriffen hat, die Fotos Ihrer iChat-Gesprächspartner, mit denen Sie sich üblicherweise unterhalten, oder die Daten, um schnell das Bild für den Hintergrund des Schreibtischs anzuzeigen, bereits dekomprimiert, vergrößert/verkleinert und optimiert auf den Bildschirm, den Sie einsetzen.

Vielen Programmen ist in Wirklichkeit nicht „bewusst“, dass sie Cache-Dateien verwenden, denn Mac OS X erstellt die Caches in vielen Fällen automatisch, sobald die Programme Daten über das Betriebssystem abrufen, und zwar in den Fällen, in denen bereits im Voraus klar ist, dass die Cache-Technik ähnliche Anfragen in Zukunft beschleunigen wird. Beispielsweise kontaktiert jedes Programm, das eine „Suche-nach-Updates“-Funktion anbietet, einen bestimmten Web-Server, um Statusinformationen über das Internet abzurufen. Falls dies über die Standardsystemfunktionen geschieht, legt Mac OS X automatisch einen persönlichen Web-Cache für dieses Programm an, so dass der Zugriff auf den Update-Server beschleunigt wird. Das Programm „weiß“ davon nichts, erhält aber von Mac OS X die abgefragten Daten dank des Cache schneller als gewöhnlich geliefert.

Caches sind für sehr entscheidende Geschwindigkeitsgewinne verantwortlich, es können jedoch Probleme auftreten, wenn ein Cache aus irgendeinem Grund beschädigt wird. In dieser Situation enthält der Cache falsche, veraltete oder anderweitig unbenutzbare Daten, die sehr merkwürdige Effekte in allen Programmen auslösen können, die diesen Cache verwenden. Unter normalen Umständen sollten Mac OS X oder die betroffenen Programme erkennen, das etwas mit dem Cache nicht stimmt, so dass die zwischengespeicherte Information verworfen und der Cache neu wiederaufgebaut wird, sobald neue Daten angefordert werden. In der Praxis klappt diese Erkennung jedoch nicht immer, besonders wenn eine Netzverbindung unterbrochen wurde, wenn ein Programm unerwartet abgestürzt ist oder wenn Ihr Computer Probleme mit seiner Uhr hatte, so dass er nicht mehr nachverfolgen konnte, welche Daten aktuell und welche Daten veraltet sind.

Aufgrund der besonderen Natur von Caches im Verborgenen zu arbeiten, sind Probleme, die wegen beschädigter Cache-Inhalte auftreten, schwierig zu finden. Der Benutzer stellt lediglich fest, dass „manchmal irgendetwas sehr falsch in manchen Programmen“ abläuft. Wenn Sie seltsame Probleme mit einem Programm feststellen, könnten diese das Ergebnis eines beschädigten Caches sein, aber sicher ist das nicht. Eine einfache, aber radikale Methode, dies genauer herauszufinden, besteht darin, alle Caches zu löschen, dann das betroffene Programm neu zu starten und zu prüfen, ob das Problem nun behoben ist. Falls ja, ist das in Ordnung, aber falls nein, haben Sie nun alle wertvollen Daten verloren, die in den Caches gespeichert waren. Es kann Stunden, Tage oder Wochen dauern, bis sich das System von dieser Situation erholt hat und die Caches mit neu berechneten, bzw. neu geholten Daten wieder aufgebaut sind. Während dieser Wiederaufbauphase wird der Computer spürbar langsamer arbeiten als normal.

Obwohl das Bereinigen von Caches ein wirkungsvoller Schritt bei der Fehlersuche sein kann, um bestimmte Probleme zu beheben, hat es, wie wir gesehen haben, schädliche Nebenwirkungen. Aus diesem Grund führt TinkerTool System einen viel intelligenteren Ansatz ein: Sie können Caches vorübergehend deaktivieren und diesen Schritt wieder zurücknehmen, falls Sie bemerken, dass die Entfernung der Caches keine positive Wirkung hatte. Diese neue Vorgehensweise vermeidet das Problem, dass das Bereinigen von Caches das ursprüngliche Problem noch viel schlimmer machen kann.

Programmbezogene Caches
Programmbezogene Caches

TinkerTool System bietet diesen Typ der intelligenten Cache-Deaktivierung für alle programmbezogenen Cache-Dateien an. Die Caches sind in die folgenden Kategorien unterteilt, die getrennt voneinander bearbeitet werden können:

In professionellen Umgebungen werden die privaten Ordner von Benutzern üblicherweise auf einem zentralen Dateiserver gespeichert, nicht auf den jeweiligen Festplatten der Computer vor Ort. Da Netzwerkzugriffe etwas oder sogar spürbar langsamer als Zugriffe auf eine lokale Platte sind, hält Mac OS X alle Caches, bei denen schneller Zugriff wichtig ist, in einem getrennten Bereich. TinkerTool System bezeichnet diese als Hochgeschwindigkeits-Caches. Sie werden zum Beispiel beim Browsen im Internet oder zum vorübergehenden Speichern von Vorschaubildern verwendet.

Einige Internet-Sites empfehlen, Cache-Bereinigung als regelmäßigen oder sogar mit festem Terminplan versehenen Wartungsschritt einzusetzen. Wie wir in diesem Abschnitt skizziert haben, ist dies einer der schlechtesten Ratschläge, die man geben kann. Cache-Bereinigung hat immer die negative Nebenwirkung, Ihren Computer danach langsamer als normal arbeiten zu lassen. Diese Maßnahme sollte nur als letzter Ausweg während der Fehlersuche bei einem wohldefinierten Problem verwendet werden, wenn man genau weiß, dass die positiven Effekte tatsächlich die negativen Wirkungen des Verlustes der Cache-Daten aufwiegen.

Überblick

Das intelligente Deaktivieren von Caches bei der Fehlersuche läuft anhand der folgenden Schritte ab:

  1. Definieren Sie für sich selbst, welches genaue Problem — möglicherweise verursacht durch einen beschädigten Cache — Sie beheben möchten. Finden Sie ein Programm, mit dem Sie genau dieses Problem reproduzieren können und testen Sie, ob nur ein einziger Benutzer-Account oder alle Accounts dieses Computers von diesem Problem betroffen sind.
  2. Starten Sie TinkerTool System und öffnen Sie den Punkt Caches > Programmbezogene Caches. Wählen Sie die Cache-Sätze von Benutzer, Computer oder Betriebssystem aus, die das Problem verursachen könnten. Drücken Sie dann den Knopf Ausgewählte Caches deaktivieren.
  3. TinkerTool System wird Sie darum bitten, alle betroffenen Programme zu beenden. TinkerTool System kann dies auch automatisch für Sie erledigen. Je nach dem Cache-Satz, den Sie ausgewählt haben, wird eine Abmeldung oder ein Neustart durchgeführt.
  4. Melden Sie sich wieder beim System an (mit dem gleichen Benutzer-Account, der in den vorherigen Schritten verwendet wurde). TinkerTool System startet automatisch und gibt Ihnen die Auswahl, entweder die Caches wiederherzustellen oder zu verwerfen.
  5. Testen Sie, ob das Problem, das Sie im ersten Schritt definiert haben, wirklich durch das Abschalten der Caches behoben wurde. Falls ja, können Sie die schädlichen Auswirkungen des Verlustes von Cache-Daten akzeptieren. Drücken Sie in diesem Fall den Knopf Frühere Caches verwerfen. Falls nein (das Problem wurde nicht behoben und kann immer noch wie vorher reproduziert werden), drücken Sie den Knopf Frühere Caches wiederherstellen. Im letzteren Fall führt TinkerTool System nochmals eine Abmeldung, bzw. einen Neustart aus und alle ausgewählten Caches werden auf ihren früheren Stand zurückgebracht. Es werden sich keine negativen Nebenwirkungen ergeben.
Zusätzliche Hinweise

TinkerTool System versucht, Sie automatisch durch den intelligenten Deaktivierungsprozess zu leiten. Eine kurze Zusammenfassung der Anweisungen und eine große grüne Pfeilmarkierung werden verwendet, um optisch darzustellen, in welchem Zustand sich der Computer gerade befindet. Zusätzliche Statusnachrichten und Hinweise werden Ihnen in Fettschrift in der unteren linken Ecke des Fensters gegeben.

Sie sollten es vermeiden, die Entscheidung, ob Sie die Caches entweder wiederherstellen oder verwerfen, für zu lange Zeit aufzuschieben. Bitte treffen Sie die Entscheidung so schnell wie möglich.

Schrift-Caches

Mac OS X verwendet einen spezialisierten Hintergrunddienst für das Schriftenmanagement, den Apple Type Services for Fonts Server, oder kurz ATSServer. Dieses Hintergrundprogramm ist dafür verantwortlich, herauszufinden, welche Schriften auf Ihrem System verfügbar sind, es verfolgt nach, welcher Benutzer welche Schriften aktiviert hat, welche der mehr als 200.000 Schriftzeichen, die von Mac OS X unterstützt werden, in welchen Schriften verfügbar sind, es verwaltet die automatische Aktivierung von Schriften und führt viele weitere schriftbezogene Aufgaben durch.

Ihr Computer enthält möglicherweise Dutzende von Benutzer-Accounts, mehrere hundert Schriften und Millionen von unterschiedlichen Zeichen. Um dies alles zusammenzubringen, müssen raffinierte Datenbanken von Glyphen, Zeichen, Schriften und individuellen Benutzereinstellungen geführt werden. Diese Hintergrunddatenbank wird aus den sogenannten Schrift-Caches gebildet. Das Betriebssystem als Ganzes und jeder Benutzer hat jeweils eigene Schrift-Caches.

Falls im ATSServer ein technisches Problem auftritt, können die Schrift-Caches beschädigt werden. Dies kann bei der Arbeit mit Schriften seltsame Probleme auslösen, z.B. Verzögerungen bei der Anmeldung, unerwartete Fehler im Programm Schriftsammlung, die spontane Aktivierung von Schriften, die eigentlich inaktiv geschaltet waren, oder — im schlimmsten Fall — ein komplettes Versagen, die richtigen Zeichen für gewisse Schriften anzuzeigen, was sich, einfach ausgedrückt, als „durcheinandergewürfelter Text“ äußert.

Schrift-Caches
Schrift-Caches

Falls Sie von einem solchen Problem betroffen sind, kann TinkerTool System Sie beim Bereinigen von Schrift-Caches unterstützen. Der Bereinigungsvorgang kann entweder für den aktuellen Benutzer-Account oder für diesen Account und das ganze restliche System erfolgen. TinkerTool System kann zusätzlich auch den persönlichen Schrift-Cache bereinigen, der von den Programmen der Microsoft® Office Suite verwendet wird. Die Produkte Office:mac v. X, Office:mac 2004, Office:mac 2008 und Office:mac 2011 werden unterstützt.

Beim Bereinigen von Office-Schrift-Caches ist es notwendig, alle Office-Programme zu verlassen. Beim Bereinigen der Caches des ATSServers ist ein Abmelden notwendig. Mac OS X baut die Font-Caches bei der nächsten Anmeldung automatisch wieder neu auf. Dieser Vorgang sollte innerhalb weniger Sekunden oder Minuten abgeschlossen sein. Die Office-Schrift-Caches werden wieder neu aufgebaut, wenn das nächste Mail ein Office-Programm gestartet wird. TinkerTool System führt Sie durch alle notwendigen Schritte.

Führen Sie die folgenden Schritte durch, um Schrift-Caches zu bereinigen:

  1. Öffnen Sie den Karteireiter Caches > Schrift-Caches.
  2. Wählen Sie die Mac OS X- und MS-Office-Schrift-Caches aus, die bereinigt werden sollen.
  3. Drücken Sie den Knopf Schrift-Caches bereinigen.
  4. Folgen Sie den Anweisungen des Programms.

Starttreiber-Cache

Mac OS X kann auf einer großen Zahl verschiedener Macintosh-Systeme betrieben werden. Da jedes Computermodell unterschiedliche Geräte, wie Netzwerkkarten, Grafikchips oder Platten-Controller enthält, ist derjenige Teil des Betriebssystems, der diese Geräte steuert, in kleine Module unterteilt, die Gerätetreiber genannt werden. Jeder Typ eines Hardware-Gerätes korrespondiert mit einem bestimmten Mac OS X-Treiber, der dieses Gerät steuert, oder besser gesagt, alle Geräte dieser Art. Mac OS X braucht nur diejenigen Treiber zu laden, die zu den Geräten passen, die in Ihrem speziellen Computer vorgefunden werden. Auf diese Weise muss das Betriebssystem nicht alle Software-Komponenten laden, die für die Steuerung sämtlicher Macintosh-Systeme benötigt werden, die jemals gebaut wurden. Treiber sind als Kernel-Erweiterungen organisiert, ein allgemeinerer Begriff, der sich auf alle kleinen Software-Module bezieht, die dem inneren Kern des Betriebssystems bestimmte Funktionen hinzufügen.

Mac OS X unterhält mehrere interne Caches, die dazu benutzt werden, die Startphase des Betriebssystems zu optimieren. Neben anderen Daten enthalten die Caches Informationen, welche Kernel-Erweiterungen gebraucht werden, um Ihren konkreten Computer betreiben zu können, und welche nicht. Auf diese Weise weiß das System im Vorhinein, welche Treiber benötigt werden und braucht keine vollständige Suche durchzuführen, welche Treiber und welche Geräte vorhanden sind, und wie diese beiden Mengen miteinander abgeglichen werden müssen. Die Benutzung von Caches beschleunigt den Startvorgang deutlich.

Starttreiber-Cache
Starttreiber-Cache

Unter bestimmten Umständen können die Caches beschädigt werden oder veraltete Daten enthalten. Dies könnte beispielsweise passieren, wenn eine Kernel-Erweiterung eines Fremdanbieters nicht funktioniert oder nicht korrekt installiert wurde. Ebenso, falls Sie aufgrund eines technischen Problems Geräte hinzugefügt oder aus Ihrem Computer entfernt haben und Mac OS X nicht mehr richtig nachverfolgen konnte, welcher Treiber aktiviert oder deaktiviert werden muss.

TinkerTool System kann Ihnen dabei assistieren, diese Starttreiber-Caches zu bereinigen. Mac OS X baut die Caches innerhalb weniger Sekunden wieder neu auf. Es ist kein Neustart erforderlich. Um diese Caches zu bereinigen, führen Sie die folgenden Schritte durch:

  1. Öffnen Sie den Karteireiter Caches > Starttreiber-Cache.
  2. Drücken Sie den Knopf Start-Cache bereinigen.