TinkerTool System

Die Karte Ablage

Löschen erzwingen

Schlecht geschriebene Anwender- und Installationsprogramme, die Berechtigungen nicht korrekt behandeln, können Dateien und Ordner auf Ihrem System zurücklassen, die nicht einfach in den Papierkorb gelegt werden können. Oft werden auch Programme mit einer großen Anzahl geschützter Dateien angelegt, die ebenso nicht schnell wieder entfernt werden können. Wenn Sie die Entfernung einer großen Zahl geschützter Dateien erzwingen möchten oder eine Datei in einem Ordner mit ungeeigneten Berechtigungseinstellungen entfernen möchten, können Sie dies mit der Funktion Löschen erzwingen tun:

  1. Geben Sie den Namen des Objektes ein oder drücken Sie den Knopf [...], um das Objekt aus einer Liste zu wählen, oder übertragen Sie ein Objekt aus dem Finder per Ziehen und Ablegen in das Feld Datei oder Ordner, der gelöscht werden soll.
  2. Normalerweise löscht TinkerTool System nur ein einzelnes Objekt, d.h. eine einzige Datei oder einen leeren Ordner. Sie können diese Sicherheitsfunktion abschalten, indem Sie den Punkt Löschung von Paketen oder Ordnern mit Inhalt erlauben ankreuzen.
  3. Drücken Sie den Knopf Löschen.

Um zu gewährleisten, dass Mac OS X durch diese Funktion nicht zerstört wird, akzeptiert TinkerTool System keine Betriebssystemdateien zur Löschung. Sie sollten sich allerdings nicht alleine auf diese Sicherheitseinrichtung verlassen. Stellen Sie vor dem Löschen sicher, dass die betroffenen Dateien von keinem Benutzer und keinem Programm mehr benötigt werden.

Leerung des Papierkorbs erzwingen

Da Dateien und Ordner, die im Papierkorb liegen, vom gleichen Problem betroffen sein können, das oben bereits unter Löschen erzwingen erwähnt wurde, kann es passieren, dass Sie den Papierkorb nicht vollständig leeren können. Sie können jedoch auch die Löschung des Papierkorbs auf einem ausgewählten Volume erzwingen:

  1. Wählen Sie ein Volume über das Aufklappmenü oder kreuzen Sie den Punkt Alle Volumes auswählen an.
  2. Drücken Sie den Knopf Papierkorb leeren um die vollständige Löschung des Papierkorbs auf dem ausgewählten Volume, bzw. allen Volumes zu erzwingen.

Aus Sicherheitsgründen erlaubt TinkerTool System es nicht, Netzwerk-Volumes auszuwählen.
Wenn Sie Objekte direkt nach der Benutzung der Funktion Leerung des Papierkorbs erzwingen in den Papierkorb legen, kann es passieren, dass der Finder den Papierkorb nicht mehr verwendet, sondern die Dateien direkt vor Ort löscht. Um dieses Problem zu vermeiden, starten Sie den Finder neu oder melden Sie sich ab und wieder an, nachdem Sie die Funktion zur Leerung des Papierkorbs aufgerufen haben.

Dateizweige löschen

Das klassische Mac OS-Betriebssystem hat ein Funktionsmerkmal unterstützt, das es erlaubt hat, Dateien zu speichern, die mehrere Datenströme beinhaltet haben: Nicht nur der "normale" Inhalt einer Datei konnte auf ein Plattenvolume gespeichert werden, die Datei konnte auch untergeordnete Datenströme enthalten, in denen Zusatzinformationen gespeichert waren. Diese separaten Teile wurden "Dateizweige" oder "Forks" genannt. Mac OS hat sie in einer vollständig verdeckten Art und Weise behandelt. Eine Datei wurde immer nur als ein einziges Objekt dargestellt, egal wie viele Dateizweige in ihr enthalten waren.

Jeder Dateizweig einer Datei hat einen gewissen Namen. Der Standardzweig einer Datei, der den eigentlichen Inhalt speichert, wird "Datenzweig" genannt. Mac OS-Altlastenprogramme haben oft einen zweiten Fork mit dem Namen "rsrc" benutzt, den sogenannten "Ressourcenzweig" oder Resource Fork. Er wurde benutzt, um zusätzliches Betriebsmaterial zu speichern, z.B. angepasste Symbole, Layoutdaten für Textdokumente, usw.

Apple unterstützt Dateizweige in Mac OS X immer noch ohne Einschränkungen, obwohl deren Nutzung inzwischen missbilligt wird. TinkerTool System erlaubt Ihnen, Ressourcenzweige von Altlastendokumenten zu entfernen, falls Sie dies tun möchten.

Warnung: Das Zerstören des Ressourcenzweigs einer Datei ist nur dann sinnvoll, wenn Sie genau wissen, dass die Daten in diesem Zweig von keinem Programm mehr benötigt werden. Ressourcenzweige können wichtige Daten enthalten. Wenn Sie diese löschen, obwohl sie immer noch gebraucht werden, wird die betroffene Datei - ein Dokument oder Programm - unbrauchbar!

Ein Beispiel für eine Situation, in der es sicher ist, einen Ressourcenzweig zu zerstören, wäre eine JPEG-Bilddatei. Der JFIF-Industriestandard, der festlegt, wie ein JPEG-komprimiertes Bild in eine Bilddatei zu speichern ist, schreibt nicht vor, dass die Bilddatei mehrere Zweige enthalten muss. Das heißt, wenn Ihnen eine JPEG-Datei vorliegt, die einen Ressourcenzweig enthält, dann sind die Daten im Ressourcenzweig nicht wirklich notwendig, um das JPEG-Bild zu dekodieren und zu laden. Ein Mac OS-Altlastenprogramm könnte den Ressourcenzweig benutzt haben, um Zusatzdaten zu speichern, z.B. ein angepasstes Symbol, das ein Miniaturvorschaubild enthält. Diese Vorschausymbole werden von Mac OS X nicht mehr länger benötigt, denn Mac OS X ist schnell genug, um Bildvorschauen (für Öffnen-Fenster oder Vorschaufunktionen im Finder) im Vorübergehen - direkt aus den Originalbilddaten - zu berechnen. In diesem Fall möchten Sie eventuell den Ressourcenzweig löschen, denn er ist unnötig und verschwendet nur Speicherplatz.

Um den Ressourcenzweig einer Datei (oder von allen Dateien in einem Ordner und aller seiner Unterordner) zu löschen, führen Sie nach Auswahl der Registerkarte Dateizweig löschen die folgenden Schritte durch:

  1. Geben Sie den Namen des Objektes ein oder drücken Sie den Knopf […], um das Objekt aus einer Liste zu wählen, oder übertragen Sie ein Objekt aus dem Finder per Ziehen und Ablegen in das Feld Datei oder übergeordneter Ordner, von dem Dateizweige entfernt werden sollen.
  2. Drücken Sie den Knopf Löschen.

Wenn die Voreinstellung zur Erstellung eines Berichts vor Ausführung eines Löschvorgangs eingeschaltet ist, zeigt TinkerTool System eine Tabelle aller Ressourcenzweige an, zusammen mit der Angabe, wie viel Speicherplatz sie verbrauchen. Es ist nicht möglich, die Ressourcenzweige von Dateien zu zerstören, für die Sie kein Schreibrecht haben.

Forks werden nur auf HFS-Volumes oder bei AppleShare-/AFP-Netzwerkzugriffen gespeichert. Auf allen anderen Arten von Volumes simuliert Mac OS X Dateizweige, indem es sie automatisch in versteckte "Punkt-Unterstrich"-Dateien umwandelt. Falls Sie diese Art von Dateien entfernen möchten, verwenden Sie bitte das Kapitel Die Karte Bereinigen, Abschnitt Emulierte Forks löschen, um weitere Informationen zu erhalten.

Inhaltsanalyse

Sie erhalten möglicherweise manchmal Dateien unbekannten Ursprungs oder mit unbekannten Dokumententypen. Es gibt auch andere Fälle, bei denen ungültige Typmarkierungen oder Dateinamenssuffixe auf eine Datei angewandt wurden, zum Beispiel eine Datei, die vom Finder als PNG-Bilddatei angezeigt wird, in Wirklichkeit jedoch ein JPEG-Bild enthält. Um herauszufinden, was tatsächlich in einer Datei enthalten ist, können Sie Mac OS X in die Datei hineinschauen lassen, damit es analysieren kann, welcher Inhalt wahrscheinlich vorliegt.

  1. Geben Sie den Namen der Datei ein oder drücken Sie den Knopf […], um die Datei aus einer Liste zu wählen, oder übertragen Sie eine Datei aus dem Finder per Ziehen und Ablegen in das Feld Datei zum Analysieren angeben.
  2. Das Resultat der Analyse wird im Feld Ergebnis angezeigt.

Die Analyse wird vom zugrundeliegenden Betriebssystem durchgeführt, nicht von TinkerTool System. Aus diesem Grund können die Ergebnisse leicht voneinander abweichen, wenn Sie unterschiedliche Systemversionen verwenden. Der Bericht wird grundsätzlich in englischer Sprache angezeigt, egal welche Sprache Sie als bevorzugt in Ihren persönlichen Einstellungen gewählt haben.

Sie können jeweils nur eine einzelne Datei auswählen. Es ist nicht möglich, Programme oder "Programm-artige" Komponenten wie Widgets oder Plug-Ins analysieren zu lassen. Programme sind in Wirklichkeit Ordner, die eine große Anzahl unterschiedlicher Dateien enthalten. Um eine der Dateien innerhalb eines Programms analysieren zu lassen, wählen Sie es im Finder aus und verwenden Sie die Finder-Funktion Paketinhalt zeigen, um das Programm als Ordner zu öffnen. Ziehen Sie dann eine der enthaltenen Dateien in das Feld von TinkerTool System.

HFS- und Finder-Attribute ändern

Dateien und Ordner, die von einem Macintosh-System erzeugt oder gespeichert wurden, können mit speziellen Attributen versehen sein:

Eine Datei kann mit einem Typcode verbunden werden: Der Typcode ist dazu gedacht, anzuzeigen, welche Art von Dokument eine Datei darstellen soll. Mithilfe des Typcodes kann das System schnell feststellen, welcher Inhalt in einer gegebenen Datei zu erwarten ist, ohne dass es nötig wäre, spezielle Markierungen im Dateinamen zu verwenden und ohne den Inhalt der Datei analyiseren zu müssen.

Eine Datei kann mit einem Creator-Code (Erzeugerkode) verbunden werden: Der Creator-Code ist dazu gedacht, anzuzeigen, welches Programm diese Datei öffnen soll. Über den Creator-Code kann das System schnell feststellen, welches Programm es wählen muss, um ein gegebenes Dokument zu öffnen.

Dateien oder Ordner können mit einer Sichtbarkeitsmarkierung versehen sein: Wenn ein Objekt als unsichtbar markiert wird, werden es der Finder und alle Dialogfenster zum Öffnen von Dateien nicht mehr anzeigen. Sie können das Objekt nur noch durch Eingabe seines vollen BSD-Pfadnamens ansprechen oder über Programme, die das Unsichtbarkeitsattribut nicht beachten.

  1. Geben Sie den Namen des Objektes ein oder drücken Sie den Knopf […], um das Objekt aus einer Liste zu wählen, oder übertragen Sie ein Objekt aus dem Finder per Ziehen und Ablegen in das Feld Einzeldatei oder Ordner.
  2. Ändern Sie die Attribute durch Eingabe neuer Werte in die Code-Felder oder durch Betätigen der Sichtbarkeitsknöpfe.
  3. Drücken Sie den Knopf Speichern, um die neuen Attribute abzuspeichern oder drücken Sie auf Rückgängig, um Ihre Änderungen zu verwerfen und die aktuellen Attribute vom ausgewählten Objekt neu einzulesen.

Typcodes und Creator-Codes müssen entweder als vier Zeichen des ASCII-Zeichenvorrats angegeben werden, oder als vier beliebige Bytes, die als acht hexadezimale Ziffern (die Ziffern 0 bis 9 und die Buchstaben a, b, c, d, e, f oder A, B, C, D, E, F) eingegeben werden müssen. Falls Sie hexadezimale Ziffern eingeben, müssen Sie Ihre Eingabe mit dem Euro-Währungssymbol (€) beginnen. Dies ist notwendig, um dem Programm anzuzeigen, ob die Ziffern Bytes darstellen sollen oder ob Sie den Code selber darstellen. Beachten Sie, dass Codes, die per ASCII angegeben werden, grundsätzlich Groß- und Kleinschreibung unterscheiden. Beispiele für gültige Codes sind:

Um einen Typ- oder Creator-Code von einer Datei zu entfernen, löschen Sie den kompletten Eintrag im jeweiligen Typfeld und drücken Sie Speichern.

TinkerTool System kann Ihnen nicht dabei helfen, Typ- oder Creatorcodes für bekannte Dokumententypen bzw. bekannte Programme auszuwählen. Sie müssen die richtigen Codes im Vorhinein kennen.

Warnung: Behalten Sie im Auge, dass Sie weder Ziehen-und-Ablegen, noch Dateidialoge für Objekte verwenden können, die unsichtbar sind. Sie müssen den vollen BSD-Pfad eingeben, um auf das Objekt in einem Programm zugreifen zu können. Dies schließt TinkerTool System mit ein. Sie könnten jedoch unser Schwesterprogramm TinkerTool verwenden, um Ihre Finder-Einstellungen so zu verändern, dass er sichtbare und unsichtbare Dateien gleichzeitig anzeigt.

Die erwähnten Attribute stellen eine veraltete Technik dar, die ursprünglich für das klassische Mac OS entworfen wurde, aber in Mac OS X immer noch unterstützt wird. Nur HFS-Dateisysteme und AppleShare-Dateiserver (AFP) können die Attribute nativ speichern. Mac OS X emuliert sie automatisch auf anderen Dateisystemen. Sollte die Emulation nötig sein, wird dies den Zugriff auf die Dateien verlangsamen, denn jedes Objekt muss in zwei Teilen abgelegt werden: Die tatsächliche Datei und eine versteckte zweite Datei, welche die emulierten Attribute speichert.
Besonders die Creator-Codes haben noch einen zusätzlichen Nachteil: Sie erzwingen eine feste Bindung zwischen einem Dokument und einem Programm. Wenn ein Benutzer eine Datei erhält, diese dann zu öffnen versucht, aber das gebundene Programm nicht hat, wird er die möglicherweise irreführende Fehlermeldung erhalten, dass nur das angebundene Programm in der Lage ist, die Datei zu öffnen. Dies ist möglicherweise falsch, denn in der heutigen Software-Welt können Dokumente typischerweise von vielen verschiedenen Programm konkurrierender Anbieter geöffnet werden.

Classic-Schreibtisch

Wenn Mac OS X bei der Installation ein klassisches Mac OS entdeckt hat, wurde automatisch ein Alias angelegt, der es Ihnen erlaubt, den Schreibtisch von Classic bei der Arbeit mit Mac OS X aufzurufen. Wenn dieser Alias aus Versehen entfernt wurde, können Sie ihn mit TinkerTool System wiederherstellen:

  1. Wählen Sie das Volume aus, auf dem sich die Version des Classic Mac OS befindet, auf deren Schreibtisch Sie zugreifen möchten.
  2. Drücken Sie den Knopf Alias wiederherstellen.

Diese Funktion kann in Mac OS X 10.5 Leopard (oder höher) nicht verwendet werden, da Classic in solchen Systemen nicht mehr verfügbar ist.

Symbolische Links anlegen

Obwohl symbolische Links ein grundlegendes Funktionsmerkmal von Mac OS X sind, sind aktuelle Versionen des Finders nicht in der Lage, diese anzulegen. Ein symbolischer Link ist ein "Zeiger" auf eine Datei oder einen Ordner, der an einen bestimmten Ort gelegt werden kann, während er auf eine "Original"-Objekt an einem anderen Ort zeigt. Man erzeugt quasi eine zweite Repräsentation des Objekts, ohne eine Kopie anlegen zu müssen.

Symbolische Links sind Aliases von Mac OS sehr ähnlich. Es gibt jedoch zwei wichtige Unterschiede zwischen Links und Aliases:

Um einen symbolischen Link anzulegen, führen Sie folgende Schritte durch:

  1. Das Originalobjekt ist im oberen Feld anzugeben. Geben Sie entweder den Namen des Objekts ein, drücken Sie den Knopf [...], um das Objekt aus einer Liste zu wählen, oder übertragen Sie ein Objekt durch Ziehen und Ablegen vom Finder in das Feld.
  2. Geben Sie den Namen des anzulegenden Links in das untere Feld ein. Es ist zu empfehlen, den Knopf Auswählen zu verwenden, um ein Standardfenster zum Sichern einzublenden.
  3. Drücken Sie den Knopf Erstellen, um den Link anzulegen.

Dateischutz setzen oder aufheben

Mac OS X unterstützt das Funktionsmerkmal, eine Datei als geschützt zu markieren, was bedeutet, dass die Datei nicht verändert oder gelöscht werden kann, bis der Schutz wieder entfernt wird. Mit TinkerTool System können Sie den Dateischutz für eine große Anzahl Dateien setzen oder aufheben, auch wenn der Finder nicht dazu in der Lage ist.

  1. Die Datei oder der oberste Ordner, für den Sie den Schutz ändern wollen, ist im oberen Feld anzugeben. Geben Sie entweder den Namen des Objekts ein, drücken Sie den Knopf [...], um das Objekt aus einer Liste zu wählen, oder übertragen Sie ein Objekt durch Ziehen und Ablegen vom Finder in das Feld.
  2. Verwenden Sie die Knöpfe bei Operation um auszuwählen, ob Sie den Schutz setzen oder entfernen möchten.
  3. Betätigen Sie die Schaltfläche Starten und die ausgewählte Operation auszuführen.

Einige Nicht-Macintosh-Dateisysteme unterstützen Dateischutz nicht. In diesem Fall hat die Ausführung der Funktion keinen Effekt.


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