NFS Manager ist ein Programm, um die NFS-Funktionen, die in Mac OS X oder Mac OS X Server eingebaut sind, über eine komfortable grafische Oberfläche zu steuern. Das Programm verwendet dabei Apples Technologien wie Bonjour oder Open Directory, um das Management so einfach und bequem wie möglich zu machen. Bei Verwendung von Verzeichnisdiensten kann NFS Manager nicht nur einen einzelnen Computer, sondern ein ganzes Netzwerk mit tausenden von Macintosh-Systemen mit wenigen Mausklicks zur Verwendung von NFS konfigurieren.
NFS ist der in UNIX-Systemen übliche Industriestandard, um Dateien im Netzwerk zur gemeinsamen Nutzung freizugeben („Sharing“). NFS bedeutet Network File System und wurde von der Firma SUN Microsystems (heute: ORACLE) entwickelt. Jedes Mac OS X-System kann entweder als
Selbstverständlich können auch beide Funktionen gleichzeitig auf einem Mac genutzt werden.
NFS versucht, ein auf verschiedene Computer verteiltes Dateisystem zu realisieren. Ein per NFS freigegebener Ordner verhält sich wie eine externe Festplatte. Computer, die dafür eingerichtet wurden, diese Freigabe zu nutzen, verbinden sich vollautomatisch über das Netzwerk mit dem richtigen Server, sobald dieser Server eingeschaltet wird und Daten anbietet. Zur Herstellung der Verbindung ist keine Kennworteingabe erforderlich. Die Zugriffssicherheit wird wie bei externen Festplatten über Datei- und Ordnerrechte gesteuert. Auch die Trennung erfolgt vollautomatisch, sobald die Daten längere Zeit nicht mehr genutzt wurden, genau wie bei einer Festplatte, die in den Ruhezustand geht. Ebenso schnell wird die Verbindung bei erneuter Nutzung („Aufwachen“) wiederhergestellt.
Das vollautomatische Verbinden und Trennen von NFS-Verbindungen zu Servern wird Automatische Aktivierung oder kurz Autoaktivierung genannt.
NFS wurde ursprünglich zur Nutzung in sehr großen, professionellen Netzen konzipiert, wie sie in Großbetrieben, Schulen oder Universitäten vorkommen. NFS skaliert deshalb sehr gut, d.h. es können problemlos mehrere Tausend Autoaktivierungen auf jedem Rechner eingerichtet werden, ohne dass es zu Engpässen oder Problemen kommt.
Da es sich bei NFS um einen Industriestandard handelt, ist es kein Problem, Computer und Unix-artige Betriebssysteme verschiedener Hersteller, wie z.B. Linux®, SUN® Solaris®, HP-UX®, AIX®, usw. zur gemeinsamen Nutzung von Daten zusammenzuschalten. In Einzelfällen kann es jedoch vorkommen, dass Sie zum Aufbau einer konkreten NFS-Verbindung zu einem Betriebssystem eines Fremdherstellers zusätzliche Betriebsparameter wissen müssen, z.B. welche NFS-Version und welche Variante zum Datentransport verwendet wird und welche NFS-Eigenschaften zur Verfügung stehen. Mac OS X unterstützt von Hause aus
Zusätzlich ist Mac OS X 10.7 Lion in der Lage, auch NFS Version 4 (NFSv4) als Klient zu verwenden.
Um NFS Manager Version 3 einsetzen zu können, benötigen Sie einen Apple-Computer, auf dem eines der folgenden Betriebssysteme installiert ist:
Sie können NFS Manager mit der Server-Version von Mac OS X parallel zu Apples Programm Server-Admin einsetzen, um NFS-Funktionen einzurichten. Sie sollten es allerdings vermeiden, mit beiden Programmen gleichzeitig auf die NFS-Konfiguration zuzugreifen, da hierbei eine gegenseitige Behinderung und ein unkontrolliertes Überschreiben der Konfigurationsdaten möglich ist. Beachten Sie, dass Server-Admin weniger Konfigurationsmöglichkeiten als NFS Manager anbietet und Sie deshalb nicht alle Einstellungen in Server-Admin sehen oder ändern können. In der Lion-Version von Server Admin fehlen die Funktionen zur Steuerung des NFS-Servers gänzlich.
Sie können per NFS-Sharing selbstverständlich auch Daten mit älteren Versionen von Mac OS X austauschen. Diese können z.B. mit dem Programm NFS Manager 2 konfiguriert werden. Ebenso ist es möglich, NFS-Konfigurationsdaten, die mit NFS Manager 2.94 gespeichert wurden, in NFS Manager 3 zu importieren, z.B. wenn Sie ein Betriebssystem von Mac OS X 10.4 Tiger auf Mac OS X 10.6 Snow Leopard umstellen.