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Vorgaben für NFS-Verbindungen einstellen

Neben den Einstellmöglichkeiten pro Verbindung gibt es in macOS weitere Einstellungen, die für alle Verbindungen, d.h. den gesamten NFS-Klienten gültig werden. Um diese Einstellungen einzusehen oder zu ändern, rufen Sie bitte im Steuerungsfenster in der linken Übersicht den Punkt NFS-Klient > Konfiguration auf. Es erscheint das Konfigurationsthema Einstellungen für NFS-Klient.

Allgemeine Einstellungen

Der Karteireiter Einstellungen erlaubt Ihnen, Zugriff auf die allgemeinen Einstellungen des NFS-Klienten zu erhalten:

Anforderung erlauben, dass Server Operationen asynchron ausführen darf: Ist diese Auswahl nicht angekreuzt, bewirkt das, dass jeglicher Versuch, eine asynchrone Verbindung zu einem NFS-Server aufzubauen (siehe auch Verbindungseinstellung Asynchrone Ausführung auf dem Server nicht erzwingen), nicht an den Server weitergeleitet wird.

HINWEIS: NFS Manager sieht mit Absicht keine Einstellung vor, pro Verbindung eine asynchrone Ausführung zu erzwingen. Diese Einstellung kann jedoch theoretisch über die Kommandozeile oder das Programm Verzeichnisdienste vorgenommen werden. Die obige Einstellung ist eine zusätzliche Sperre, mit der der Systemverwalter die Verwendung dieser Funktion verhindern kann.

Befehl „access“ zum Holen von „getattr“-Daten verwenden: Sie können angeben, ob das Betriebssystem die interne Funktion access() in einer opportunistischen Holoperation jedes Mal verwenden soll, wenn Attribute geholt werden sollen. Unter normalen Umständen verwenden Programme die Funktion getattr() zum Anfordern von Attributen und die Funktion access() zur Bestimmung von Dateisystemberechtigungen. Die Antwort auf ein access() enthält jedoch bereits die Attribute, so dass ein einzelner Aufruf von access() einen zusätzlichen Aufruf von getattr() überflüssig machen kann. Aus diese Grund kann das Ersetzen von access() durch getattr() Zeit einsparen, aber nur dann, wenn der NFS-Server access() effizient implementiert. In modernen Betriebssystemen muss dies nicht unbedingt der Fall sein.

Für Desktop- oder Mobilbetrieb optimieren: Der NFS-Standard wurde ursprünglich für Netze mit verlässlicher Infrastruktur entworfen. Bei heutigen Mobilcomputern, bei denen drahtlose Verbindungen vorübergehend ausfallen können, ist die Grundannahme, dass man sich auf das Netz immer verlassen kann, jedoch möglicherweise nicht mehr richtig. Der NFS-Klient kann zum Betrieb auf einem mobilen Computer optimiert werden, so dass er automatische, erzwungene Trennung von einem Server unterstützt, sobald folgende Bedingungen zutreffen:

Der NFS-Klient erkennt normalerweise automatisch, welche Art von Computer zum Einsatz kommt und optimiert seinen Betrieb entsprechend. Sie können jedoch eine Änderung dieses Vorgehens erzwingen, z.B. wenn ein Notebook-Computer als stationäres System eingesetzt wird und per Ethernet angeschlossen ist. In diesem Fall würden Sie von System erkennen auf Desktop-System umschalten.

Maximale Zahl von Klientenprozessen (nfsiod): Mit diesem Wert wird festgelegt, auf wie viele Einzelprozesse die Verwaltungsaufgaben für die laufenden Verbindungen zu NFS-Servern maximal aufgeteilt werden dürfen.

Max. Zwischenspeichern zugriffsrechtsbezogener Daten: Der NFS-Klient verwendet einen Zwischenspeicher (Cache), um Benutzer- und Gruppendaten sowie Zugriffsrechte zur besseren Leistung gewisse Zeit vorzuhalten, bevor die Daten erneut vom Betriebssystem, bzw. Server geholt werden. Der Wert gibt die maximale Verweilzeit in Sekunden an, wie lange zwischengespeicherte Daten als gültig angesehen werden dürfen, bevor sie verworfen werden.

Zeit vor Einblenden einer „Server abgeschaltet“-Warnung: Reißt die Netzwerkverbindung zu einem Server ab, oder fällt der Server aus, zeigt das Betriebssystem eine Warnung an. Dieser Wert gibt die Zeit in Sekunden vor, die bis zur Anzeige der ersten Warnung gewartet wird.

Zeit vor Einblenden nachfolgender Server-Warnungen: Wird eine ausgefallene Server-Verbindung nicht wiederhergestellt, zeigt das Betriebssystem nach der ersten Warnung eventuell Folgewarnungen an. Die Wartezeit für Folgewarnungen wird über diesen Wert vorgegeben.

Anzugebende Standardpuffergröße für Dateiinfodaten: Ruft der Klient über eine NFS-Verbindung hinweg die UNIX-Funktionen stat oder statfs zur Abfrage von Datei- oder Dateisysteminformationen auf, muss zwischen Klient und Server eine empfohlene Speichergröße zum Übermitteln diese Informationen ausgetauscht werden. Dieser Wert ist der Standardwert in Bytes, den der Klient empfiehlt.

Maximalzahl gesendeter Dateiinfoanfragen pro Sekunde: Dieser Wert gibt an, wie oft der Klient eine statfs-Funktion zur Abfrage von Dateisysteminformationen maximal pro Sekunde über eine NFS-Verbindung hinweg aufrufen darf. Wird die Zahl überschritten, wird ein Datentransfer über das Netzwerk vermieden und stattdessen mit zwischengespeicherten Daten gearbeitet.

Vordefinierte Port-Nummer für NFSv4-Rückrufe: Bei der Verwendung von NFSv4-Funktionen, die Rückrufe erfordern, kann die Port-Nummer, unter der der Server den Klienten zurückrufen soll, hier angegeben werden. Ein Wert von 0 zeigt, dass keine feste Port-Nummer vereinbart werden soll, sondern dass Server und Klient automatisch jeden freien Port wählen dürfen.

NFSv4-Standarddomänenname: Diese Einstellung steuert den standardmäßigen Domain-Namen, der zur Verarbeitung von Namen (wie zum Beispiel Namen von Benutzer-Accounts) genutzt wird, die vom NFSv4-Server stammen. Beim Prüfen von Berechtigungen für den Dateizugriff werden Identitäten des Servers über Textzeichenfolgen, wie z.B. username@example.com definiert, die der Klient in seinem Verzeichnisdienstkontext auf lokale Identitäten abbilden muss. Unter normalen Umständen sind Server und Klient an den gleichen LDAP-basierten Verzeichnisdienst gebunden und der Domain-Name für die Verarbeitung von Namen wird automatisch aus dem Domain-Namen des LDAP-Servers ermittelt. Falls diese Annahme falsch ist, also der Domänenname des Verzeichnisdienstservers nicht dem Kontext der Namen entspricht, die der NFSv4-Server nutzt, muss der Domänenname hier eingestellt werden. Der Name muss den Syntaxregeln für DNS entsprechen. Diese Einstellung ist nur in macOS 10.13 High Sierra oder höher verfügbar.

Vorgaben für Verbindungseinstellungen

macOS kann für alle NFS-Verbindungen, die manuell oder automatisch aufgebaut werden, Standardoptionen aktiv werden lassen, ohne dass dies getrennt für jede Verbindung einzeln konfiguriert werden muss. Beachten Sie hierbei Folgendes:

Um Vorgaben einzurichten oder zu ändern, betätigen Sie die Schaltfläche Optionen ändern …. Es erscheint das bekannte Dialogfenster zum Definieren von Verbindungseinstellungen. Durch Ankreuzen oder Abwählen von Einstellungen können die gewünschten Vorgaben gemacht werden. Möchten Sie alle Vorgaben löschen und wieder auf die „leere“ Standardkonfiguration zurückkehren, drücken Sie auf Alle Vorgaben entfernen.

Automounter-Einstellungen

Einstellungen, die die Autoaktivierungsfunktionen von macOS betreffen, sind auf dem Karteireiter Automounter verfügbar. macOS verwendet die Standardlösung „autofs“, die auch in vielen UNIX- oder Unix-ähnlichen Betriebssystemen zum Einsatz kommt. Der Automounter ist in der Lage, sehr komplexe Installationen zu unterstützen, die über sogenannte Mountmaps gesteuert werden. Hierbei handelt es sich um erweiterte Listen von Automount-Einträgen, die auch schablonenartige Einträge enthalten können, oder Einträge, die Umgebungsvariablen verwenden. Der fortgeschrittene Einsatz von Mountmaps geht weit über den Bereich von NFS Manager hinaus und wird deshalb in diesem Handbuch nicht beschrieben. Für weitere Informationen ziehen Sie bitte Lehrbücher über NFS- und NIS-Technik hinzu.

Inaktive Freigaben trennen nach __ s: Diese Einstellung steuert, nach welcher Wartezeit ohne Aktivität der Automounter eine Freigabe trennen soll. Die Zeit wird in Sekunden angegeben. Apples Standardeinstellung ist 1 Stunde (3.600 s). Viele andere Unix-Systeme verwenden eine sehr viel kürzere Zeit, z.B. 10 Minuten.

Inaktive Freigaben einer Mountmap nicht auflisten: Wenn diese Option eingeschaltet wird, werden nur aktive (zurzeit tatsächliche verbundene) Freigaben vom Betriebssystem aufgelistet, wenn der Ordner, der die Aktivierungspunkte enthält, von einem Programm durchsucht wird. Es spielt keine Rolle, ob hierbei ein grafischer Dateimanager (wie der Finder) oder ein Befehlszeilenprogramm (wie ls) zum Einsatz kommt. Das Einschalten dieser Funktion ist hilfreich, um zu vermeiden, dass zu viele Autoaktivierungen unabsichtlich ausgelöst werden, z.B. durch Klicks auf Aktivierungspunkte im Finder.

Ignorieren von „Set User-ID“ erzwingen: Falls diese Wahlmöglichkeit eingeschaltet ist, stellt der Automounter sicher, dass die Option zum Ignorieren der SUID-Markierung (siehe auch Verbindungseinstellung Zugriffsrecht zum Festlegen der Benutzer-ID („Set User ID“) ignorieren) immer aktiv ist, egal, ob diese Einstellung für verschiedene Autoaktivierungseinträge individuell oder über Automounter-Vorgaben (siehe unten) ein- oder ausgeschaltet ist.

Mountmap-Vorgänge protokollieren: Diese Funktion veranlasst den automountd-Prozess des autofs-Subsystems, detailliertere Informationen über seine Aktivitäten ins Systemprotokoll zu schreiben. Dies betrifft hauptsächlich Berichte über den Empfang und die Verarbeitung von Autoaktivierungseinträgen über die Verzeichnisdienste.

Autoaktivierungsvorgänge protokollieren: Diese Funktion veranlasst den automountd-Prozess des autofs-Subsystems, detailliertere Informationen über seine Aktivitäten ins Systemprotokoll zu schreiben. Dies betrifft hauptsächlich Berichte über die tatsächlichen Verbindungs- und Trennungsoperationen mit Dateiservern.

Nachverfolgungsstufe: Der automountd-Prozess erlaubt es auch, seine intern durchgeführten Operationen nachzuverfolgen. Die Detailstufe der Meldungen kann über das Klappmenü eingestellt werden. Beim Wert 0 werden keine Nachverfolgungsmeldungen ins Protokoll übertragen. Die Stufen 1 bis 4 fügen jeweils detailliertere Meldungen über Bereiche der Prozessaktivität hinzu.

Mountmap-Variablen: Die Tabelle erlaubt es, Umgebungsvariablen zu definieren, die bei der schablonenartigen Verarbeitung von Autoaktivierungseinträgen, die in den Mountmaps vorgefunden werden, zur Anwendung kommen. Jede Variable hat einen Namen und einen Wert. Wie im Einführungsabschnitt beschrieben, werden fortgeschrittene Mountmap-Techniken an dieser Stelle nicht beschrieben.

Vorgaben für autoaktivierte Verbindungen

Zusätzlich zu den Vorgaben, die für alle Verbindungen eingestellt werden können, kann das Betriebssystem auch Vorgaben für Autoaktivierungen definieren. Diese Einstellungen stehen über die Box Standardoptionen bei der Autoaktivierung von Freigaben vorgeben zur Verfügung. Das Verhalten und die Bedienung entsprechen dem Punkt „Vorgaben für Verbindungseinstellungen“, der bereits oben erläutert wurde. Die Einstellungen, die letztendlich für einen Autoaktivierungseintrag zur Anwendung kommen, kombinieren die Vorgaben für Aktivierungen mit den Vorgaben für Autoaktivierungen und den individuellen Einstellungen für diesen Eintrag.

HINWEIS: Die Vorgaben beziehen sich auf alle Autoaktivierungen, nicht nur auf NFS-basierte. Andere Arten von automatischen Dateiserver-Verbindungen, wie z.B. AFP, sind ebenso betroffen.

Speichern und Zurückstellen

Um die gemachten Einstellungen zu speichern, betätigen Sie die Schaltfläche Anwenden rechts unten. Falls nötig, fragt macOS nach dem Verwalterkennwort. Änderungen werden eventuell nicht sofort aktiv. Je nach Einstellung ist erst beim nächsten Neustart des Computers garantiert, dass ein neuer Wert wirksam wird.

Durch Betätigen von Zurück werden die zuletzt gemachten Einstellungen verworfen und wieder zur letzten gespeicherten Konfiguration zurückgekehrt. Sie können alle Einstellungen und Vorgaben wieder auf Apples Standardwerte stellen, indem Sie die Schaltfläche Zurück auf Standard betätigen.